Café Blaulicht – Kolumnen und Meinungen

Stummer-Kolumne – Augustin – Am Schmalz – Teil 2

Posted in Ernst Walter Stummer (Dieb) by cafeblaulicht on 10. Juli 2003

(Wien, im Juli 2003) Ende Juli 2003 erschien der zweite Teil der Kolumne „Am Schmalz“ von Ernst W. Stummer. Sie umfasste nur 2.000 Zeichen, erschien aber in regelmäßiger Abfolge alle zwei Wochen.

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AM SCHMALZ (Teil 2)

Warum Sitzen? (II)

Justizminister Christian Broda wurde in den 70er Jahren von den Medien belächelt, weil er von einer gefängnislosen Gesellschaft „träumte“. Im Österreichischen Jugendstrafrecht wird seit Jahren seltener bestraft – statt dessen „aussergerichtlicher Tatausgleich“ gepflegt. Das ist richtig so.

Stellen Sie sich folgendes vor: In Ihre Wohnung wird eingebrochen oder sie werden um viel Geld betrogen oder um durch Veruntreuung um Werte gebracht. Was ist Ihnen lieber? Der Täter wird seiner „gerechten“ Strafe zugeführt, oder Sie bekommen Ihren Schaden ersetzt? Beides ist bei den derzeit „reformierten“, veralteten und verkrusteten Strukturen des Strafrechts nicht möglich, weil der Gewinn aus der Arbeitskraft des Häftlings als Beute in die Taschen der „bedürftigen“ Richter, Staatsanwälte und Justizwachebeamten gewirtschaftet wird, für welche der Häftling in Anstaltsbetrieben billige Anzüge schneidert, Möbel tischlert, Häuser baut oder abreißt.

Die Praxis ist so: Wenn der Häftling als Freigänger jeden Tag in der Firma werkt, in der er vor seiner Haft arbeitete, wird der Gehalt aus „Solidarität“ mit den anderen Gefangenen, die in Justizbetrieben innerhalb des Gefängnisses arbeiten, einbehalten und der Häftling, dessen Gattin und Kinder bekommen nichts davon und fallen der Sozialfürsorge in die Tasche! Damit steht der Häftling nach der Haft finanziell wieder dort, wo er vor der Straftat stand und er wird zu 90 (!) Prozent das Gleiche tun, weswegen er in Haft kam. Warum sperrt man die Günstlinge der Häftlingsarbeit nicht ein, denn das sind die Urheber der Straftat! Ach ja, es gibt Politiker, die sagen, wozu kriminell werden? Wir legalisieren einfach unsere (Straf-)Taten! Ökonomisch ist ein Häftling günstig, denn von ihm wird nach dem erzwungenen Rückfall im Häfen wieder kräftig in die Hände gespuckt.

Vor den Nationalratswahlen schrieb ich Bundeskanzler Schüssel, er möchte mich doch als Quereinsteiger in die Politik holen. Nach der Hospizregelung, die er als erstes Land der Welt einführte, könnte er als erstes Land der Welt auch Gefängnisse rentabel machen und sie zu 90 Prozent abschaffen und durch elektronische Fußfesseln ersetzen!

Ihr Einbrecherkönig

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Das Konzept zur Haftkolumne

Marcus J. Oswald (Ressort: Ernst Walter Stummer – Dieb)

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Eine Antwort

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